Oyaté-tha-Tacan'sina Miwatani

Tacan‘sina wurde 1946 in Deutschland geboren. Sein Vater war indianischer, seine Mutter deutscher (schwäbischer) Abstammung. Nach Abschluss seiner Schulzeit erlernte er den Handwerksberuf Stuckateur. Anschließend absolvierte er seine Militärzeit. Darauf folgte die Gründung einer Firma, in der er als Radio-Geologe Bodenschätze (Erze, Mineralien, Wasser, Oel, Gas) im In- und Ausland mutete.

 

Bereits mit 28 Jahren erlebte er eine lebensbedrohliche Erkrankung. Die Ärzte gaben ihm nur mehr 6 Wochen an Lebenszeit. Seine anschließende - lt. Ärzten unerklärliche - Heilung führte ihn auf seine spirituelle Suche. Er studierte Religionsphilosophie und Theologie. Doch kurz vor seiner Priesterweihe fühlte Tacan’sina, dass auf ihn ein anderer Weg, eine andere Berufung warten würde. So machte er sich auf die Suche nach seinen indianischen Wurzeln. Sein Großvater Tunka‘shila kam aus dem Volk der Numakaki-Mandan in Norddakota. In den USA galt (bis 1971) Religionsverbot für die Natives. Dieses übertrat Tunka’shila, als er die Chanunpa - „heilige Pfeife“ rauchte, weshalb er 1942/43 verfolgt wurde und flüchten musste.

 

Nach längerer Nachforschung fand Tacan‘sina schließlich im Jahr 1986 seinen Großvater Tunka'shila den Ältesten in Kanada. Dieser begrüßte ihn mit den Worten: „Auf dich habe ich schon lange gewartet.“ Er lebte ohne jegliche Zivilisation in einfachsten Verhältnissen in einer kleinen Blockhütte in Mitten von riesigen Wäldern. Tunka'shila war in verschiedenen Stämmen als Wicasa-pezuta (Medizinmann) tätig. Die Einfachheit und Zufriedenheit, die sein Großvater ausstrahlte, berührte Tacan'sina in der Tiefe seiner Seele. Nun begann der spirituelle Weg von Tacan’sina. Er besuchte Tunka'shila immer öfter, bis er sich für das Leben bei ihm im hohen Norden von Kanada entschlossen hat. Er durfte seinen Großvater bei allen Aufgaben als Medizinmann unterstützen und in diese Verantwortung langsam hineinwachsen. Er lernte die lebendige Seite der Menschen und die tiefe Verbundenheit zu Mutter Erde und auf der anderen Seite, "die Ahnen" und die Verbindung zur geistigen Welt kennen. Er bekam hautnah mit, was es bedeutet, die Verantwortung der spirituellen Führung für ein Volk zu haben. Das alte Wissen, die Heilarbeiten und Zeremonien hat er von Tunka‘shila erlernt.

 

Im Jahr 1994 wurde Tacan‘sina durch den Beschluss des Rates der Zwölf zum Wicasa-pezuta (Medizinmann) initiiert. Bis 1996 arbeitete Tacan’sina als Wicasa-pezuta an der Seite seines Tunka’shilas. Gemeinsam mit seinem Großvater besuchte er auch Treffen von Ältesten und Medizinleuten in Nord- und Südamerika.

 

Im Herbst 1996 wurde dem Wicasa-pezuta Tacan’sina in einer großen Zeremonie die Initiation zum Wicasa-wakan (Mittler zwischen den Welten) erteilt. Somit ist er auch Religionsführer in der indianischen Naturreligion.

 

Tunka’shila der Älteste erreichte das hohe Alter von 112 Jahren bei guter Gesundheit und voller geistiger Klarheit. Vor seinem Ableben im Sommer 1997 gab Tunka’shila seinem Enkel Tacan’sina sein Vermächtnis und den Auftrag: „Gehe in das Land deiner Mutter, du sprichst ihre Sprache und kennst die Mentalität der Europäer, es wartet viel Arbeit auf Dich!“. Hier bekam er den Auftrag, indianische Weisheiten und Zeremonien nach Europa zu bringen. So ging Tacan’sina 1997 wieder zurück nach Deutschland und begann mit der Arbeit, die Weisheiten seines Großvaters in Vorträgen, Seminaren und Workshops den interessierten Menschen weiterzugeben.

 

Im Jahr 2004 begann Tacan’sina in München mit der ersten Ausbildungsgruppe. Menschen, die sich die indianischen Weisheiten aneignen und die Verbindung zum Universum, zu Mutter Erde und zur Spiritualität wieder finden wollten, kamen zusammen. In den darauffolgenden Jahren kamen neue Gruppen in Deutschland, Österreich und Italien dazu. Aus der intensiven Arbeit und den Weisheiten von Tunka’shila dem Ältesten, ist der „Stamm“ Canglesa Takata, Kreis der Zukunft entstanden.

 

2015 wurde der gemeinnützige Verein „Canglesa Takata, Kreis der Zukunft“ gegründet, mit den Zielen: Den Menschen das Wissen, die Weisheiten und die Spiritualität der indianischen Völker – den sogenannten roten Pfad – zu erhalten und zu vermitteln. Die Weitergabe der indianischen Weisheiten zur Erhaltung von Mutter Erde, der Natur… 

 

2015 wurde Oyaté-tha-Tacan'sina zum Ältesten gerufen.

 

Initiiert von den Ältesten bekam 2017 Oyaté-tha-Tacan'sina aufgrund des immer schlechter werdenden Zustandes von Mutter Erde den Auftrag, Treffen der Ältesten aus allen Völkern zu organisieren, um Mutter Erde zu helfen – das große Ältestentreffen „Hilf Mutter Erde“. Weitere Informationen dazu siehe HIER.

 

Tacan`sina arbeitet in der Tradition seiner Vorfahren in Nord-, Mittel-, Südamerika und Europa als Mittler zwischen den Welten und Wegbereiter. Zu seinen Aufgaben als Medizinmann zählen z.B. indianische Hochzeit, Kinderweihe, Übergangsrituale, Initiationsriten Mädchen-Frau und Knabe-Mann, Häuser- und Wohnungseinweihungen, Reinigungs- und Schutzrituale, Pfeifenzeremonien, Erdheilrituale…. Zudem hält er Vorträge und leitet Seminare über Themen des Schamanismus, der Erhaltung und Heilung von Mutter Erde und zur Bewusstseinsschaffung für das eigene ICH. 

Weitere Infos über Tacan'sinas Angebote finden Sie HIER.